Am Freitag, den 20.2.2009 wurde das Projekt Gedächtnisbuch vom Bündnis für Demokratie und Toleranz als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008" ausgezeichnet. Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz im Jahr 2000 gegründete bundesweite „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)" hat im Wettbewerb 2008 insgesamt 53 Initiativen und Projekte für vorbildliches, nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz als Preisträger ausgewählt. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Dachau Claus Weber würdigten die Bundestagsabgeordneten Gabriele Fograscher und Stephan Mayer fünf Preisträger in einer öffentlichen Preisverleihung im Jugendgästehaus der Stadt Dachau. Im Anschluss an die Preisverleihung bestand die Möglichkeit, mit den Preisträgern sowie den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen. NAMEN STATT NUMMERN
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"Für mich sind das Projekt Gedächtnisbuch und die Biographie-Ausstellung NAMEN STATT NUMMERN ein Zeichen der Ehrerbietung an die Überlebenden und die Verewigung der Erinnerung an die im Konzentrationslager Dachau Verstorbenen. Ruhet in Frieden! Den heute Lebenden zur Erinnerung." Pjotr Kudin in einem Brief am 1.12.2007 Seit 19. März 2008 sind 22 Biographien von ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau in der internationalen Wanderausstellung „NAMEN STATT NUMMERN“ zu sehen. Der Weg der Ausstellung beginnt in Dachau, in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte. Von dort zieht sie in sechs Sprachversionen durch sieben europäische Länder: Niederlande, Frankreich, Polen, Österreich, Deutschland, Großbritannien und die Ukraine. Das Projekt des Dachauer Gedächtnisbuchs wurde von der EU (Europa für Bürgerinnen und Bürger – „Aktive Europäische Erinnerung“) gefördert. Es soll einen Anstoß geben, die Geschichte der Dachauer Häftlinge aus einem europäischen Blickwinkel zu verstehen: Schließlich waren es Menschen aus ganz Europa, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, und deren schreckliche Erinnerungen an die Konzentrationslager das europäische Selbstverständnis bis in die heutige Zeit prägen. Gedächtnisbuchbeiträge im Buch Namen statt NummernSeit 1999 konnten zahlreiche Jugendliche und Erwachsene dafür gewonnen werden, für das Gedächtnisbuch das Schicksal eines ehemaligen Häftlings lebendig werden zu lassen. Das Gedächtnisbuch, das ständig erweitert wird, kann in der Evangelischen Versöhnungskirche und im Jugendgästehaus in Dachau eingesehen werden. Nun sind erstmals einige Beiträge in Buchform erschienen: Israel Hener, Renée Lacoude, Jurij Piskunow, Andreas Zollner und elf weitere Mithäftlinge. Hinzu kommen Kurzbiographien der 113 evangelischen Pfarrer aus ganz Europa, die in Dachau eingesperrt waren. Interessierte finden Informationen zum Projekt Gedächtnisbuch sowie zur Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur an der Versöhnungskirche, auch als Anregung für eigene Initiativen. Mit einem Grußwort von Pieter J. Ph. Dietz de Loos, Präsident des Comité International de Dachau, und einem gemeinsamen Geleitwort vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und vom bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich.
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